Reihe: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung
Die Reihe „Wissenschaftliche Beiträge aus dem Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung“ der Alpen Adria Universität Klagenfurt wurde 2007 ins Leben gerufen. Sie hat zum Ziel, die Fachöffentlichkeit über aktuelle Forschungsergebnisse des Instituts zu informieren. Durch die Publikation in dieser Reihe können die Ergebnisse der eigenen Forschung sehr zeitnah zum Forschungsprozess der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Als Beiträge können sowohl empirische Ergebnisse als auch wissenschaftlich fundierte konzeptionelle Arbeiten publiziert werden.
Die Texte sind frei zugänglich und können als PDF-Dokumente heruntergeladen werden:
Nr. 1
Skalen zur motivationalen Regulation
beim Lernen von Schülerinnen und Schülern
Florian H. Müller, Barbara Hanfstingl & Irina Andreitz
Der Beitrag stellt eine für den deutschen Sprachraum adaptierte Version des Academic
Self-Regulation Questionnaire (SRQ-A) (Ryan & Connell, 1989) vor. Der theoretische
Hintergrund des Fragebogens bildet die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan
(2002b), welche neben der intrinsischen Motivation qualitative Regulationsstile der
extrinsischen Motivation konzipieren. In einer Fragebogenstudie wurden 2651 österreichische
Schülerinnen und Schüler aus 128 Schulklassen und unterschiedlichen Schultypen
befragt. Das Instrument erweist sich für SchülerInnen ab dem 11 Lebensjahr als gut
einsetzbar. Faktorenanalyen liefern theoriekonforme Ergebnisse; auch die Überprüfung
der Reliabilitäten ergibt zufriedenstellende Kennwerte (Cronbach’s alpha zwischen .75
und .92). Im Beitrag werden erste Befunde zur Konstrukt- und Kriteriumsvalidität vorgestellt
sowie Anwendungsmöglichkeiten der Skalen in Forschung und Praxis diskutiert.
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Nr. 2
Projektbericht Begleitforschung des IMST-Fonds der Schuljahre 2004/05 und 2005/06
Irina Andreitz, Barbara Hanfstingl & Florian H. Müller
Der vorliegende Bericht beschäftigt sich zunächst auf deskriptiver Ebene mit ausgewählten Ergebnissen jener zwei Querschnittserhebungen, die im Zuge von IMST in den Schuljahren 2004/05 und 2005/06 in den jeweiligen Projektklassen durchgeführt wurden. Beide Maßnahmen sind Teil des Evaluationsgesamtkonzepts von IMST3 und haben gemeinsam mit anderen zum Ziel, im weiteren Verlauf von IMST3 die im Konzept dargestellten Erfolgsindikatoren auf SchülerInnen- und LehrerInnenebene zu überprüfen. Als Erfolgsindikator auf SchülerInnenebene wird hierbei nicht nur die Erreichung eines bestimmten Ziels - in diesem Fall etwa die Steigerung der Anzahl an Absol-ventInnen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereich - gesehen, sondern auch die Feststellung von Faktoren, die diese Zielerreichung ermöglichen. Beide Evaluationsmaßnahmen nähern sich der Feststellung von solchen Ermöglichungsindikatoren im Rahmen von Fonds-Projekten durch die Erhebung von Einstellungen der SchülerInnen zu den naturwissenschaftlichen Fächern im allgemeinen und im speziellen zum IMST-Projektunterricht.
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Nr. 3
Die Bedeutung der Selbstbestimmung von Lehrpersonen für
Unterricht und Lernen – Empirische Befunde aus dem
Interventionsprojekt IMST
Florian H. Müller, Irina Andreitz & Barbara Hanfstingl
Der Beitrag stellt ausgewählte Forschungsbefunde aus der Begleitforschung des Schul- und
Unterrichtsentwicklungsprojekts IMST (Innovations in Mathematics, Science and Technology
Teaching) vor. Der Fokus der hier referierten Befunde richtet sich auf die Motivation von
Lehrkräften und Schülern innerhalb der Entwicklungsmaße.
Es wird erstens der Frage nachgegangen, wie sich die Motivation von Lehrkräften und die
Lernmotivation von Schülern innerhalb eines Schuljahrs im Projekt IMST entwickeln. Ferner
wird auch untersucht, ob sich die motivationsfördernden bzw. -hindernden Bedingungen in
Schule und Unterricht innerhalb eines Schuljahrs verändern. Zweitens wird mit Hilfe eines
Strukturgleichungsmodells untersucht, inwiefern Lehrer- und Schülermotivation mit den
Arbeitsbedingungen bzw. mit Unterrichtsmerkmalen zusammenhängen. Als theoretische
Grundlage der Studie dient die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (2002), welche
davon ausgeht, dass selbstbestimmte Motivation von der Befriedigung der grundlegenden
psychologischen Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung abhängt.
Die Ergebnisse zeigen direkte und indirekte Zusammenhänge zwischen den
Rahmenbedingungen, der Lehrermotivation und der Lernmotivation der Schüler sowie deren
Unterrichtsbedingungen.
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Nr. 4
Lernfreude, Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg bei Volksschulkindern
Heike Demarle-Meusel & Barbara Hanfstingl
Im vorliegenden Forschungsbericht wird ein Fragebogen zur Erfassung der
Lernfreude sowie der Konstrukte
Hoffnung auf Erfolg und
Furcht vor Misserfolg bei Volksschulkindern vorgestellt. Unter Lernfreude wird die affektive Komponente der Lerneinstellung verstanden, welche sich im vorliegenden Bericht inhaltlich auf verschiedene Themenbereiche der Gegenstände Sachunterricht und Mathematik bezieht. Die Leistungsmotivkomponenten
Hoffnung auf Erfolg und
Furcht vor Misserfolg wurden in Anlehnung an das Risikowahlmodell von Atkinson (1957) operationalisiert. Die Daten wurden mittels Fragebogen an 327 Schüler aus 20 Volksschulklassen erhoben. Im empirischen Teil der Arbeit werden die Skalenstatistiken, geschlechts- und klassenspezifische Analysen dargestellt. Anschließend werden die Ergebnisse diskutiert, wobei auch Vorschläge zur Adaption des Fragebogens gemacht werden.
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Nr. 5
Skalen zur motivationalen Regulation beim Lernen von Schülerinnen und Schülern
Almut E. Thomas & Florian H. Müller
In diesem Beitrag stellen wir eine adaptierte und erweiterte Version der Skalen zur motivationalen Regulation beim Lernen von Schülerinnen und Schülern (Müller, Hanfstingl & Andreitz, 2007) vor. Dieser Fragebogen dient der Erfassung unterschiedlicher Motivationstypen im Sinne der Self-Determination Theory (SDT) nach Deci und Ryan. Die ursprüngliche Fassung des Fragebogens wurde zunächst psychometrisch überprüft und entsprechend der statistischen Analysen überarbeitet. Außerdem wurde der Fragebogen um die Skala ‚Amotivation’ ergänzt. Die überarbeitete Version des Fragebogens wurde einer Stichprobe von 742 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II vorgelegt, psychometrisch überprüft und validiert. Die Skalen zeigten nicht nur gute Reliabilitäten und Item-Trennschärfen, mit einem Partial Credit Modell konnte auch eine geordnete Reihung der Antwortkategorien demonstriert werden. Die Konstruktvalidität wurde mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse sowie anhand von Korrelationen mit motivationsrelevanten Variablen der Unterrichtswahrnehmung sowie der Schüler/innen-Selbstwahrnehmung überprüft. Die neue Fassung des Fragebogens, der in ‚Skalen zur akademischen Selbstregulation bei Schüler/innen (ASS-S)‘ umbenannt wurde, ist ein geeignetes Instrument zur Erfassung unterschiedlicher motivationaler Typen sowie genereller Amotivation von Schüler/innen der Sekundarstufe beim Lernen.
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Nr. 6
Persönlichkeit, Resilienz und intrinsische Motivation im beruflichen Kontext
Barbara Hanfstingl & Kristina Zoe Römer unter Mitarbeit von Verena Teschner
Im Bericht wird ein Ausschnitt eines Forschungsprogramms vorgestellt, das für den Bildungsbereich fördernde Aspekte der Positiven Psychologie untersucht.
Besonders auffällig ist bei den Ergebnissen, dass die Lehrerinnen und Lehrer, die an der Studie teilnahmen, in sehr vielen Bereichen der Selbstregulation, der selbstbestimmten Motivation sowie dem Autonomieerleben und der allgemeinen Resilienz signifikant höhere Werte aufweisen als die übrigen Berufsgruppen, während diese Unterschiede in der Spiritualität, der extrinsischen Motivation, dem im Beruf erlebten Widerstand und in der aktuellen Belastung nicht zu finden waren. Zusammengefasst könnte man davon ausgehen, dass LehrerInnen, die ein IMST-Projekt durchführen, eine spezielle Gruppe darstellen, die in bestimmten Persönlichkeitsbereichen positivere Ausprägungen aufweisen als Personen aus anderen Berufsgruppen. Es sind dies genau jene Merkmale, die für die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer konstruktiven Lernumgebung von hoher Relevanz sind, gleichzeitig aber äußerst komplexe Merkmale sind, die man gerade Kindern und Jugendlichen schlecht verbal, sondern eher auf Basis von Rollenmodellen mehr implizit sowie auf einer Verhaltensebene vermitteln kann.
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